Wenn Dom Sub isoliert

Wie sicher allgemein bekannt ist, suchen besonders weibliche Subs gern Rat bei Gleichgesinnten.

Öffentlich
28. Januar 2009
Wenn Dom Sub isoliert

Wie sicher allgemein bekannt ist, suchen besonders weibliche Subs gern Rat bei Gleichgesinnten. Gerade Anfängerinnen sind häufig verunsichert und fragen nach, ob das wirklich "normal" und "so üblich" ist, was von ihnen verlangt wird.

Das Ergebnis ist gewöhnlich ein Sturm der Entrüstung und Ermutigung, grenzwertige Forderungen entschieden abzulehnen.

Gelegentlich kommt es dann vor, dass die Betreffende sich immer mehr zurück zieht und nichts mehr preis gibt. Das lässt bei den Reiferen und Erfahreneren alle Alarmglocken klingeln!

Tatsächlich weiß ich von einigen Fällen, in welchen der sogenannte Dom den Kontakt zu Freundinnen zu unterbinden versucht, um seine Macht nicht zu gefährden und die Kontrolle nicht zu verlieren.

Mich würde interessieren, ob ihr so etwas auch schon erlebt habt und was ihr davon haltet.
28. Januar 2009
Frage:

Hallo Die_Duchess, meinst du damit,
dass er sie auf Abstand zu sich hält, in Form von Kontaktsperre
oder dass er sie, so zu sagen, weg sperrt?

LG Wings
28. Januar 2009
Kontaktsperre

ist eher das, was ich meine, das Verbot darüber zu reden, was ihr Dom von ihr fordert und mit ihr anstellt.
Sorry, wenn ich mich nicht klar genug ausgedrückt habe!
28. Januar 2009
Also

das ist etwas zu pauschal für mich um dazu eine konkrete Meinung abzugeben.

Ich müsste die Grümde wissen warum bzw. was damit bezweckt werden soll.


Das schweigen zu Internas ist für meine Begrifflichkeit OK ich würde mir meine Sub auch nicht durch die Meinung anderer "rebellisch" machen lassen.

In erster Linie ist Dom ansprechpartner bei Zweifeln oder was auch immer wenn es um Praktiken oder Regeln geht. Das sollte eigentlich intern geklärt werden können, durch gut überlegte Fragen von Sub und gute Argumente von Dom.

Ist so keine Klarheit oder Einigung bzw. Verständnis zu schaffen stimmt irgend etwas nicht, entweder Probleme mit der eigentlichen Rolle, Neigung oder aber der Vorstellung was Sub ist oder zu sein hat und ebenso was Dom sich darunter vorstellt.

Beispiel: Sub ist devot aber nicht oder nur gering maso, dann kann Dom mit ihr nicht den Schwerpunkt auf Masochistische Spiele legen.

Auch und grade zu beginn sollte Sub sich nicht durch andere beeinflussen lassen sondern in sich selbst horchen und danach entscheiden.

Andererseits ist ein Erfahrungsaustausch mit anderen auch sehr hilfreich, solange sich der Austausch eben nur auf Erfahrungen bezieht und nicht zu Belehrung oder Beeinflussung wird.

Ich kann immer nur meine Meinung und Ansicht wiedergeben, dieser Tatsache sollte sich Sub ob erfahren oder unerfahren immer bewusst sein, das ihr gegenüber ihr immer nur die eigene Meinung wiedergeben wird, die sie sich aber deswegen nicht zu eigen machen muss, auch wenn diese Meinung evt. von der Mehrheit ihrer Kontakte wiederspiegelt wird.

Damit meine ich das nur weil viele etwas auf eine bestimmte Art machen oder eben auch nicht, muss es für sie nicht unbedingt das richtige oder falsche sein.


Sollte ich mich unverständlich ausgrdrückt haben so bitte ich um nachfrage bevor hier gleich wieder stumpf draufgehauen wird.


LG Wolf
28. Januar 2009
Beziehungsprobleme

Ich finde auch, dass das, was zwischen zwei Menschen schwierig ist, auch erst einmal zwischen den beiden geregelt werden sollte.

Ob man in einem Internetforum überhaupt Rat bekommen kann, wage ich immer mehr zu bezweifeln. Meist ist die gesamte Komplexität des Paares doch über das Schreiben bei Psychoproblemen so nicht für andere erfassbar. Daher halte ich mich mit Ratschlägen zurück.

Wenn ich die Frau persönlich kennen würde, würde ich mich immer einmischen wollen. Das hat was mit weiblicher Loyalität zu tun. Wenn ich den Eindruck hätte, sie wird manipuliert oder Gewalt ist im Spiel, würde ich auch klare Worte sprechen.

Letztlich bin ich eine Vertreterin, die davon ausgeht, dass jede eigentlich weiß, worauf sie sich nicht einlassen kann (und wenn´s intuitives Unbehagen ist, durch das die Grenze spüren wird). Dass manche Frauen diese Intuition an einen Dom abgeben, kann ich nur kopfschüttelnd ablehnen. Aber meist hat auch das ja was mit der Geschichte der Frau zu tun.... und dann braucht es doch das persönliche Gespräch, um dort zu unterstützen zu können.

Was ich aber noch nie so richtig verstanden habe ist, mit welcher Ernsthaftigkeit und Verbissenheit einige Paare BDSM leben und das auch in Alltagssituation übertragen.... *hae*
Für mich bleibt es ein Spiel, das erregend und lustvoll sein soll. Eben ein erotisches Spiel.... nicht mehr und nicht weniger.

Judita
28. Januar 2009

Was ich aber noch nie so richtig verstanden habe ist, mit welcher Ernsthaftigkeit und Verbissenheit einige Paare BDSM leben und das auch in Alltagssituation übertragen.... *hae*
Für mich bleibt es ein Spiel, das erregend und lustvoll sein soll. Eben ein erotisches Spiel.... nicht mehr und nicht weniger.

Gut wenn Du das nicht verstehen kannst, muss ja auch nicht von allen verstanden werden, ich denke das BDSM eben auch eine Lebenseinstellung sein kann.

Das ganze allerdings nicht mit "Verbissenheit" aber dennoch ernsthaft weil es eben für manche mehr als nur ein "Spiel" ist.

Ich kann z.B. nicht verstehen warum die Menschen heute noch heiraten, warum man dafür unbedingt eine Bescheinigung haben muss das man ein Paar ist, in der heutigen Zeit hat sich die Ehe überholt, rein Steuerliche und rechtliche Gründe wären für mich ein "Anreitz" dieses zu tun.

Ich möchte aber nochmal auf den BDSM im Alltag eingehen, ein Stinopaar ist doch auch immer ein Paar auch wenn sie nicht grade durch die kissen Tanzen oder?

Wenn man ein Paar ist ist man das doch auch wenn man auf der Arbeit ist, beim einkaufen oder was weis ich und nicht nur in dem Zeitraum wo man Sex hat.

Wenn ich die Frau persönlich kennen würde, würde ich mich immer einmischen wollen. Das hat was mit weiblicher Loyalität zu tun. Wenn ich den Eindruck hätte, sie wird manipuliert oder Gewalt ist im Spiel, würde ich auch klare Worte sprechen.

Gut das Du das angesprochen hast, sicher ist es eine normale Reaktion einer/m bekannten oder Freund/in zu helfen, aber dabei besteht eben auch die Gefahr der Beeinflussung das dann die fragende Person obwohl sie eigentlich damit gut zurecht kommt ( eben nur mal aus Interesse was andere davon halten oder welche Erfahrungen sie damit haben nachfragt ) dieses dann auf einmal ablehnt oder zu zweifeln anfängt weil eben ein guter Freund dieses, weil er/sie es eben nicht nachvollziehen kann ablehnt bzw. madig macht.

Soweit meine Gedanken dazu.


LG Wolf
28. Januar 2009

Ich habe es eher so verstanden, dass ihr der Kontakt zu ihrem Freundeskreis generell verboten wurde.

Warum auch immer so etwas getan wird, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen und ich würde es auch nicht akzeptieren.

Ich finde trotz 24/7 darf Sub ihr Leben und dessen Umstände nicht komplett aufgeben.

Das wäre in meinen Augen schon krankhaft!
28. Januar 2009
Privilegien von Freundinnen

Lieber Wolf,
danke für die Aufklärung bezogen auf 24/7!! Aber ich müsste wirklich mal mit einem Paar sprechen, dass das lebt. Vielleicht kann ich es dann erfassen.
Die Vergleiche mit dem Heiraten finde ich auch spannend....

Aber zu der Anmerkung mit dem Einmischen: Ich glaube, genau dafür sind Freunde da. Zweifel aussprechen zu dürfen, Meinungen einholen, Ambivalenzen aushalten miteinander... da muss Dom durch. Keiner lebt auf einer Insel. Wird ja irgendwann auch langweilig.
Und Beeinflussung ist kein Naturrecht vom Dom.

Feministische Grüße von J.
28. Januar 2009

bdsm gehört für mich zur beziehung
und sollte deshalb möglichst auch innerhalb der beziehung geklärt werden...

ich kann mich diesen worten von judita nur anschließen...

Ich finde auch, dass das, was zwischen zwei Menschen schwierig ist, auch erst einmal zwischen den beiden geregelt werden sollte.

Ob man in einem Internetforum überhaupt Rat bekommen kann, wage ich immer mehr zu bezweifeln. Meist ist die gesamte Komplexität des Paares doch über das Schreiben bei Psychoproblemen so nicht für andere erfassbar. Daher halte ich mich mit Ratschlägen zurück.

Wenn ich die Frau persönlich kennen würde, würde ich mich immer einmischen wollen. Das hat was mit weiblicher Loyalität zu tun. Wenn ich den Eindruck hätte, sie wird manipuliert oder Gewalt ist im Spiel, würde ich auch klare Worte sprechen.

Letztlich bin ich eine Vertreterin, die davon ausgeht, dass jede eigentlich weiß, worauf sie sich nicht einlassen kann (und wenn´s intuitives Unbehagen ist, durch das die Grenze spüren wird). Dass manche Frauen diese Intuition an einen Dom abgeben, kann ich nur kopfschüttelnd ablehnen. Aber meist hat auch das ja was mit der Geschichte der Frau zu tun.... und dann braucht es doch das persönliche Gespräch, um dort zu unterstützen zu können.


das isolieren aus dem gesamten kontakt-kontext habe ich bei einer bekannten erlebt, die "online-sklavin" ist..... es endete in einer art hörigkeit in isolation...interventionen von freunden - bekannten - kollegen waren nutzlos


dass ein partner darauf besteht, beziehungsprobleme mögen vorrangig mit ihm geklärt werden und die bitte/anweisung ausspricht, "intime details" mögen nicht in einem (gruppen)forum bekanntgegeben werden, finde ich nachvollziehbar/verständlich/ok
28. Januar 2009

1.
Das
Wie sicher allgemein bekannt ist, suchen besonders weibliche Subs gern Rat bei Gleichgesinnten.
... kenn ich auch sehr gut von männlichen Subs. gerade sogar, denn die suchen oft viel verzweifelter gute Gesprächspartner, bzw,. haben nicht so leicht zu findende Netzwerke zum Auffangen/Austauschen.
(Im Sinne von Doppelmanko: Frauen reden eh mehr und leichter über sich und nun als Mann und auch noch "Umdreher" der klassischen Rolle darüber zu reden, ist für malesubs dann doppelt schwer)

2.
Zur Ausage, Subs ...
.. fragen nach, ob das wirklich "normal" und "so üblich" ist, was von ihnen verlangt wird.
... ist im BDSM-Kontext immer wieder und von Anfang an auffallend, dass es ein "normal" ja weder gibt, noch dieses intendiert ist.
Konzepte von "normaler" und "anormaler" Sexualität bzw. von "normaler" SM-Praktik scheitern ja zumeist sehr schnell, natürlich auch zu Recht.
Wer will es normieren, wer beurteilen, und das für zwei, die nicht einmal beide anwesend sind und sich gleichermaßen äußern?

Auch von "Jung-Doms" (male wie female) kenne ich da etliche Anfangs-Fragen, die dann aber besser nicht lauten: "Ist das oder das eigenltich normal?", denn das greift nicht, sondern besser: "Wie gehe ich mit Subs Wünschen oder Erwartungen um?"

3.
Was die (so scheint mir @Duchess, jenseits der Fragen von Normalität und Normierung, in deinem Mittelpunkt stehende) Frage der
Kontaksperre zwecks Dom-Machtvergrößerung
betrifft, liegt die Antwort nah:

Natürlich abzulehnen.
Vor allem lächerlich, da auf Dauer niemals wirksam.

Wenn ich als Dom/Top es nötig habe, Sub/Bottom zu behindern, von anderen fernzuhalten etc. nur um besonders weitreichend zu wirken, aus Furcht gar vor Kritik, dann dürfte es mit meiner eigentlichen Wirkung und Stärke wohl wenig weit her sein.

4.
Allerdings ist den Vorrednern und Vorrednerinnen wie @judita und @Deisterwolf uneingeschränkt zuzustimmen, dass sexuelle Interna erst einmal, und gerade dann wenn sie "anormal" sind, zwischen den Betroffenen ausgehandelt und behandelt gehören.

Freilich möglichst einvernehmlich und gleichberechtigt, das unterscheidet BDSM von Vergewaltigung und Missbrauch etc.
28. Januar 2009
huhu...

...meine letzte beziehung is genau daran kaputt gegangen...

insgesamt ist es ne längere geschichte, im grunde war er unbegründet eifersüchtig,also weil irgendwann mal eine frau ihn betrogen hatte,ich hab das zu sehr berücksichtigt,das heisst ich habe mich ihm zu liebe völlig isoliert,das hat mich innerlich total zerissen und unzufrieden gemacht und bei meinem damaligen dom hat es keine auswirkung gehabt - er war nach wie vor eifersüchtig,ich konnte weder telefonieren noch von irgendwelchen ereignissen sprechen...es war die hölle - für mich!
28. Januar 2009
@ rancha

Das hast Du richtig formuliert (auch wenn es weh tut, das zu lesen):
Eifersucht, vor allem krankhafte und übersteigerte, ist wirklich (und zwar in allen Ausprägungen von Beziehungen) die
Hölle
Meine Liebste hatte das z.B. mit Ihrem Ex-Mann so erlebt und zehrt heute noch hin und wieder an den Folgen.
Und wie oft bekommt man es bei anderen mit:
Es geht alles den Bach runter, wenn nicht mal das Minimal-Vertrauen herrscht, z.B. alleine abends mit Freunden (egal welchen Geschlechts) wegzugehen.
Und das alles doch nur aus purer
Ängstlichkeit
28. Januar 2009

Meiner Meinung nach ist das nicht unbedingt ein BDSM-spezifisches Problem. Ich habe es auch schon in Stino-Beziehungen erlebt, dass ein Part des Paares den anderen von seinem üblichen Freunde- und Bekanntenkreis zu isolieren versuchte. In einer (falsch verstandenen) Dom- / Sub-Beziehung kann das natürlich noch viel drastischer werden.
Ich finde, in einer Beziehung - egal ob Stino, D / S oder auch 24/7 hat jede(r) auch ein Recht auf ein gewisses Privatleben und dazu gehören auch eigene Freunde und Bekannte, und dazu gehört auch, sich mit diesen über Dinge auszutauschen.
Worüber dabei gesprochen oder geschrieben wird, hängt von vielen Umständen ab. Meiner Meinung nach gehören intime Beziehungsdetails nicht in ein Internetforum.

Fragen in der Art:
"Wie gehe ich mit Subs [Doms] Wünschen oder Erwartungen um?"
können hingegen im Forum diskutiert werden, genau so wie "Wie funktioniert das mit dem Covern?"

*my2cents*
Mike
28. Januar 2009
Die Frage lautet ob wir soetwas auch schon erlebt haben

Wie soll man das beschreiben ohne Details?


Ich habe vor noch gar nicht so langer Zeit so etwas erlebt.

Und ich bin meinen Freunden sehr dankbar, das sie es akzeptiert hatten mit der Auflage wir sind immer für dich da.

Obwohl sie nicht verstanden haben... und sogar gekämpft haben......sie waren da, als ich sie dann brauchte.

Das werde ich nie vergessen.

Heute weiß ich, es war idiotisch.
Aber diese Erfahrung war sehr wichtig für mich.
29. Januar 2009
Isolation verhindert die Weiterentwicklung

Ein interessantes Thema. Ich persönliche möchte das meine Sub sich weiterentwickelt.
Dafür halte ich Aussenkontakte und den Blick auf andere Sichtweisen für immens wichtig. Nicht nur für sie, sondern auch für mich.

Aber es gibt soviele Arten BDSM zu leben, das man nicht von vornherein sagen kann so wie die es machen ist es falsch oder verdammenswert.
Das würde ich mir für uns auch verbitten.;)

Wie reagiere ich nun, wenn ich mitkriege das ein Dom seine Sub isoliert und sie keine Kontakte haben darf? Ich würde mal sagen wenn sie Kontakt zu mir aufnimmt und mir ihr Leid darüber klagt, dann läuft dort schon etwas schief. Ich denke ich würde sie ermutigen ein offenes Gespräch über das was ihrer Meinung nach schief läuft mit ihrem Herren zu führen.

Ein genaues Bild kann man sich nur machen wenn man beide kennt und möglichst auch beide Seiten hört. Insofern kann man da meiner Meinung nach übers Netz nicht viel raten oder helfen, außer zu zuhören.


Meine Gedanken dazu.:-)

Bodo

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